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PROGRAMM Klanglicht Festivalplan Schloss Eggenberg
01

Räume der Zeit

Hartung & Trenz
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Erinnern und vergessen, blühen und welken, werden und sein – Hartung & Trenz widmen sich mit den Mitteln von Text, Licht und Klang der Vielfalt zeitlichen Erlebens. Entlang der Allee des Schlossparks Eggenberg tut sich mit „Räume der Zeit“ ein raumgreifendes Kunstwerk auf, das Zeit nicht als lineare Abfolge, sondern persönliche Erfahrung im Gehen und Sehen versteht. Die Botschaft entsteht in der Bewegung, denn die projizierten Texte verändern sich mit jedem Schritt. Wie Leerzeilen geben Zwischenräume Zeit und Raum zum Nachdenken über das Gesehene. Analog zu diesen Wortbildern entstehen akustische Räume, deren Klang je nach Standort wechselt. Und nicht zuletzt ist auch die Natur ein wesentlicher Bestandteil der Installation: Die Allee mit ihren Baumgruppen und die umliegende Flora und Fauna reichern mit ihrer eigenen Lebendigkeit die künstlerischen Räume mit weiterer Bewegung und Tiefe an.

 

Biografie
Detlef Hartung und Georg Trenz entwickelten in ihrer über 20jährigen Zusammenarbeit eine eigene Form des künstlerischen Ausdrucks, mit der sie Texte in eindrückliche Bilder verwandeln. Konkrete Sprache wird inhaltlich sowie formal zu bildhaften Zeichen. Die entstehenden Wortbilder erschaffen großflächige Bild-Text-Räume, die in Korrespondenz mit den realen, dreidimensionalen Räumen treten, auf die sie projiziert werden.

 

Credits
Konzept & künstlerische Arbeit: Hartung & Trenz
Sound: Timber Hemprich

Diese Installation wird mit freundlicher Unterstützung der Kronen Zeitung realisiert.

02

Kadenzen

Daniel Rossa
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Wie blicken wir heute auf ein historisches Gebäude, das unter völlig anderen gesellschaftlichen Voraussetzungen entstanden ist? Welche Bedeutung hat diese Begegnung verschiedener Zeiten für uns? Daniel Rossa bewegt sich mit seiner Kunst im Spannungsfeld zwischen Bewahren und Transformieren – so auch mit seiner Fassadenprojektion am Schloss Eggenberg. Durch Licht, Farbe und Bewegung entsteht ein Bild, das den Ort nicht inszeniert oder illusioniert, sondern auf neue Weise sicht- und lesbar macht. Ausgehend von einer präzisen digitalen Rekonstruktion untersucht der deutsche Medienkünstler das Schloss in seiner Form, Proportion und Symbolik und entwickelt daraus eine zeitgenössische Sprache. In dieser löst sich die ursprüngliche Ordnung auf, Aufnahmen des barocken Innenraums werden nach außen gekehrt, um dann durch die Bewegung einer Tänzerin immer weiter abstrahiert zu werden. Aus den barocken Strukturen entsteht ein aktueller Blick auf das Bauwerk, der vor allem den Dialog zwischen Geschichte und Gegenwart sucht.

 

Biografie
Daniel Rossa ist ein deutscher Medienkünstler, dessen Arbeiten an der Schnittstelle von Architektur, Licht und digitalen Medien entstehen. Er studierte an der Bauhaus-Universität Weimar, deren interdisziplinärer Ansatz aus Kunst, Gestaltung und Technologie seine künstlerische Praxis bis heute prägt.
Im Zentrum seiner Arbeit steht die Auseinandersetzung mit Architektur als lebendigem Bildträger. Für seine ortsspezifischen Projektionen entwickelt Rossa präzise digitale Modelle historischer und zeitgenössischer Bauwerke, die er durch Licht, Bewegung und algorithmische Prozesse in neue visuelle Erzählungen überführt. Seine Arbeiten hinterfragen das Verhältnis zwischen physischem Raum und digitaler Wahrnehmung und bewegen sich zwischen dokumentarischer Genauigkeit und abstrakter Transformation.
Daniel Rossas Werke wurden international präsentiert, unter anderem an der Sydney Opera House, der Saatchi Galleryin London und der Elbphilharmonie Hamburg sowie bei zahlreichen internationalen Lichtkunst- und Medienkunstfestivals. Für seine Arbeiten wurde er unter anderem mit einem Cannes Design Lion sowie dem German Lighting Design Award ausgezeichnet.
Für KLANGLICHT 2026 entwickelt Daniel Rossa mit „Kadenzen“ eine eigens für die Fassade von Schloss Eggenberg konzipierte Arbeit, die den historischen Bau in einen Dialog zwischen barocker Ordnung und zeitgenössischer Bildsprache versetzt.

 

Credits:
Konzept & künstlerische Arbeit: Daniel Rossa
Sound: Iona W
Choreographie & Tanz: Mimi Jeong, Miriam Röder

Diese Installation wird mit freundlicher Unterstützung der Festivalsponsoren E-Werk Franz und XAL realisiert.

03

Whispering Mountains

Eness
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Sie strecken ihre langen, weichen Arme aus – fast so, als wollten sie die Menschen berühren. Und nicht selten wird aus dieser Geste eine Umarmung: Menschen spazieren zwischen diesen „Whispering Mountains“ des australischen Studios ENESS hindurch, halten inne und wollen ihnen nahe sein. Vielleicht liegt es an ihrer Form, die Künstlichkeit und Natürlichkeit auf besondere Weise verbindet. In der Gestalt einer uns vertrauten Naturlandschaft sind diese Berge doch mit digitalen Texturen, einem digitalen Leben angereichert. Jeder Berg flüstert den Besucher:innen kurze Gedanken zu: von künstlicher Intelligenz entwickelte Botschaften, die zum Nachdenken einladen. Dieserart schaffen die „Whispering Mountains“ in einer Zeit permanenter Beschleunigung bewusste Momente der Langsamkeit. Wie in den wirklichen Bergen, in denen der Mensch die Uhr vergisst, um Ruhe und Klarheit zu finden, ermöglicht auch das Werk Augenblicke, in denen die Zeit nicht gemessen, sondern bewusst erlebt wird.

 

Biografie
ENESS wurde 1997 gegründet und ist ein mehrfach preisgekröntes Kunst- und Technologiestudio. Das Team schafft temporäre und permanente interaktive Kunst im öffentlichen Raum, die verschiedene Disziplinen wie Bildhauerei, Textilkunst, Design, Programmierung, Musik und Erzählkunst miteinander verbindet. Im Mittelpunkt aller Arbeiten von ENESS steht die generationsübergreifende Verbindung. Als Pioniere der Neuen Medienkunst glaubt das Kollektiv an die Kraft von Kunst im Alltag, die die Fantasie beflügelt, Freude, Glück und Schönheit an unerwarteten Orten schenkt – transformative Erlebnisse, die das Leben verändern.

 

Credits
Whispering Mountains designed by ENESS (@studioeness)

Diese Installation wird mit freundlicher Unterstützung der Grazer Wechselseitigen realisiert.

04

Continuum

Robin Beekman
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Inspiriert von historischen Planetarien vermisst der niederländische Künstler Robin Beekman in der Schlosskirche von Schloss Eggenberg die Zeit auf neue Weise: „Continuum“ zählt die Sekunden seit der Entstehung des Kunstwerkes und folgt damit seiner eigenen „biologischen Uhr“. Die Sekunden des Werkes gleichen sich jedoch nicht; in der Zufälligkeit dieser Zeitmessung ist eine Sekunde langsamer, eine andere schneller. 24 eigens entwickelte Leuchten reagieren auf diese ungleichen Zeiteinheiten und erzeugen ein ebenso zufälliges, ständig wechselndes Lichtmuster. Fernab unseres gewohnten 24-Stunden-Rhythmus ist „Continuum“ eine einzigartige Konstellation der Gegenwart: Wann Zeit beginnt und wann sie endet, rückt in den Hintergrund. Vielmehr ist es ein ganz eigenes Zeitgefühl – und zugleich ein Gefühl der Endlosigkeit –, das mit diesem Werk entsteht.

Biografie
Robin Beekman ist ein bildender Künstler, der sich mit Licht, Technologie, Wahrnehmung und räumlichen Interventionen beschäftigt. Er studierte Bild- und Medientechnik und hat ein künstlerisches Schaffen etabliert, das sich auf die transformativen Auswirkungen von Licht auf die menschliche Wahrnehmung und das Erleben der Umwelt konzentriert.
In seinen Arbeiten untersucht er visuelle Phänomene, optische Täuschungen und die Wechselwirkung zwischen technologischen Systemen und dem physischen Raum. Durch kinetische Lichtinstallationen und immersive Umgebungen schafft Beekman Situationen, in denen den Besuchern die Wahrnehmung selbst bewusst wird.

Credits
Konzept & künstlerische Arbeit: Robin Beekman
Sound: Reinald van Praet
Kuratiert von Zalán Szakács.

Diese Installation wird mit freundlicher Unterstützung des Mondriaan Fonds realisiert.

05

Migratory Senses

Helga Griffiths
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Düfte wecken Erinnerungen – und können uns forttragen an andere Orte, in andere Zeiten. Beispielhaft wird dies an Muhammad Aszizi und dem Duft seiner syrischen Heimat, der an die Landschaft seiner Kindheit, die Pflanzen, Erde und Atmosphäre erinnert. Die Geschichte des Geflüchteten steht im Zentrum von Helga Griffiths Projekt „Migratory Senses“, das sich dem Geruch als jenem Sinn widmet, der in uns Erinnerungen unmittelbar wecken kann. Diese Verbindung von Kunst und Neurowissenschaft veranschaulicht etwas Alltägliches und zugleich Besonderes: Zeit ist hier nicht linear, sondern als eine Verbindung von Wahrnehmung, Emotion und Erinnerung in uns gespeichert und kann jederzeit – zum Beispiel über einen Duft – wieder aufleben. Auf diese Weise erzählt „Migratory Senses“ nicht nur von Flucht und Heimat, sondern auch von der universellen, zutiefst menschlichen Sehnsucht nach Orten, die uns geprägt haben.

Biografie
Helga Griffiths arbeitet an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft. In ihren multimedialen und sinnlich erfahrbaren Installationen beschäftigt sie sich mit biologischen Prozessen, menschlicher Wahrnehmung und der Art, wie das Gehirn Informationen, Emotionen und Erinnerungen verarbeitet. Dabei übersetzt sie wissenschaftliche Erkenntnisse in poetische Erfahrungsräume und macht sichtbar oder spürbar, was sich der unmittelbaren Wahrnehmung häufig entzieht.
Ein besonderer Schwerpunkt ihrer künstlerischen Arbeit liegt auf dem Geruchssinn und seiner engen Verbindung zum Gedächtnis. Düfte versteht Griffiths als Träger persönlicher und kollektiver Erinnerungen: Sie können vergangene Orte, Menschen und Lebensphasen innerhalb eines Augenblicks wieder gegenwärtig werden lassen. Ihre Werke hinterfragen damit lineare Vorstellungen von Zeit und machen Erinnerung als körperliche, emotionale Erfahrung begreifbar.

Credits
Konzept & künstlerische Arbeit: Helga Griffiths
Sound: Johannes S. Sistermanns

06

jahres licht weiss

Inge Dick
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Wie verändert sich das Licht im Rhythmus der Zeit? Was wir mit unseren Augen nicht erfassen können – oder nur als Momentaufnahme sehen –, macht Inge Dicks Kunstwerk „jahres licht weiss“ sichtbar. Über Jahre hinweg hielt die Künstlerin in einem weißen Raum das wechselnde Farbenspiel des Lichts fest. Ihr Interesse galt dabei vor allem den feinen Nuancen, bestimmt durch den natürlichen Wandel der Natur. Die daraus entstandenen, großformatigen Film-Stills, die im Planetensaal im Schloss Eggenberg zu sehen sind, sind präzise konstruierte Kompositionen von Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Der Zyklus ist nicht nur ein Vergleich von Farbspektren, sondern visualisiert, was wir selbst spüren: dass jede Jahreszeit ihr eigenes Licht und damit ihr eigenes Gefühl hat. Im Kontext des Raumes gewinnt die Installation an weiterer Bedeutung: Der Saal mit seiner barocken Bildwelt zeigt ein kosmologisches System mit Sternzeichen, Himmelsrichtigen, Tagen und Nächten. „jahres licht weiss“ erweitert mit seinen Jahreszeiten den bestehenden Raum auf subtile Weise.

Biografie
Inge Dick studierte an der Universität für angewandte Kunst Wien und begann ihre künstlerische Laufbahn als Malerin. Über die fotografische Dokumentation ihrer eigenen Bilder fand sie zur Fotografie – und damit zu jenem Thema, das ihr Werk bis heute prägt: dem Licht als eigenständigem Gestaltungsmittel.
In experimentellen fotografischen Arbeiten, Großformat-Polaroids und Filmen untersucht Inge Dick die Wechselwirkungen zwischen Licht, Farbe, Raum und Zeit. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht spektakuläre Ereignisse, sondern feinste Veränderungen des natürlichen Lichts: der Übergang vom ersten Morgenrot zum Tageslicht, atmosphärische Verschiebungen im Verlauf eines Tages oder die unterschiedlichen Lichtstimmungen der Jahreszeiten. Farbe versteht sie dabei nicht als statische Größe, sondern als Ergebnis des Zusammenspiels von Material und Licht.
Charakteristisch für ihr Werk ist die konsequente Beobachtung des kaum Wahrnehmbaren. Durch fotografische und filmische Vergrößerung macht sie flüchtige Lichtmomente sichtbar und sensibilisiert den Blick für Veränderungen, die im Alltag häufig unbemerkt bleiben. Ihre reduzierten Arbeiten verzichten bewusst auf zusätzliche mediale Effekte und entfalten ihre Wirkung allein durch Licht, Raum und Zeit.

Credits
Konzept & künstlerische Arbeit: Inge Dick
Produktionsbetreuung: Matthias Pöschl
Produktion: BGD – Beschriftung, Grafik, Druck

Diese Installation wird mit freundlicher Unterstützung der BGD – Beschriftung, Grafik, Druck realisiert.

07

Planet 9

Miriam Hamann
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Wissen gilt nur solange bis es widerlegt wird. Die astronomische Symbolik im Schloss Eggenberg zeigt dies ebenso wie die Arbeit von Miriam Hamann, die mit ihrer Installation „Planet 9“ die historischen Weltbilder des Schlosses mit aktuellen in Dialog bringt. Ausgangspunkt ist der hypothetische Planet 9 am Rande unseres Sonnensystems. Kein Teleskop konnte ihn bisher abbilden. Seine Existenz leitet die aktuelle Forschung nur aus mathematischen Berechnungen und ungewöhnlichen Umlaufbahnen anderer Objekte ab. Dass Wissenschaft hier nicht mit Gewissheit, sondern Wahrscheinlichkeit arbeitet, macht Hamann zum Kern ihrer Arbeit. Im Fokus stehen dabei vielmehr die Hintergründe dieser möglichen Entdeckung als der Planet selbst: Die Künstlerin verwandelt astronomische Diagramme in eine minimalistische und doch poetische Lichtskulptur, die den wissenschaftlichen Erkenntnisprozess räumlich erfahrbar macht. So erzählt „Planet 9“ nicht nur vom zeitlichen Wandel des Wissens, sondern auch von der Bereitschaft, Bestehendes immer wieder zu hinterfragen.

Biografie
Miriam Hamann, deren Arbeiten zwischen Skulptur und Installation changieren, verbindet wissenschaftliche Abstraktion mit visueller Klarheit.
In ihren Installationen und Skulpturen setzt sich Miriam Hamann (*1986, Wels) mit naturwissenschaftlichen Phänomenen und deren Einfluss auf unser Weltverständnis auseinander. Indem sie deren Gültigkeit hinterfragt, macht sie Ordnungssysteme als veränderbare Konstrukte sichtbar und fragt, was geschieht, wenn wir die Illusion vollständiger Kontrolle loslassen. Ihre Werke eröffnen einen Raum für Reflexion zwischen Wissenschaft, Philosophie und den oft ungreifbaren Dimensionen unserer Realität.

Credits
Konzept & künstlerische Arbeit: Miriam Hamann

08

Abiosis

Heleen Blanken
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Steine, Fragmente und Relikte versetzen im Lapidarium im Park des Schloss Eggenberg in eine längst vergangene Zeit. An diesen Blick zurück knüpft „ABIOSIS“ von Heleen Blanken an: Inspiriert von der spekulativen „Ursuppe“ dreht die Installation die Zeit rückwärts zu einem Moment des Werdens, in dem aus unbelebter Materie erstmals Leben entstand. Blankens Skulpturen sind dabei eindeutig mechanisch und wirken doch, als würden sie atmen. So entsteht eine Verbindung aus Unbelebtem und Belebtem, die den Kontext des Lapidariums um eine zeitliche Dimension erweitert: den Anfang. Dass mit diesem zeitgenössischen Element inmitten der historischen Anlage aber auch Freiräume für neue Lesearten entstehen, ist dabei durchaus gewollt: An der Schnittstelle von Technologie und Organismus kann sich der Beginn neuen Lebens nicht nur auf einen Augenblick in der Vergangenheit beziehen, sondern auch auf eine spekulative Zukunft künstlicher Lebensformen.

Biografie
Heleen Blanken ist eine in Amsterdam lebende interdisziplinäre Künstlerin, die an der Schnittstelle von Installationskunst, neuen Medien, Filmkunst, Bühnenbild und Skulptur arbeitet.
Sie studierte Bildende Kunst an der Gerrit-Rietveld-Akademie. In ihrer künstlerischen Praxis erforscht sie die komplexe Beziehung zwischen Mensch und Natur und untersucht, wie wir die Natur wahrnehmen und mit ihr interagieren. Indem sie traditionelle Dichotomien wie organisch versus künstlich und analog versus digital thematisiert, wirft ihre Arbeit Fragen zu unserem Verständnis der natürlichen Umwelt auf und entwirft spekulative, futuristische Erzählungen.
Heleens Arbeiten wurden weltweit in Ausstellungen gezeigt, darunter im Nxt Museum, im Stedelijk Museum Amsterdam, in der
Kunstkerk Dordrecht, im Stedelijk Museum Schiedam, auf der Floriade World Expo 2022, im Gropius Bau Berlin, in der Galerie Ron Mandos, im Musée d’art Contemporain und bei Ars Electronica. Sie hat mit Institutionen wie dem Naturalis Biodiversity Center in Leiden, dem Museum für Naturkunde Berlin und dem Institut für Geowissenschaften in Utrecht zusammengearbeitet

Credits
Konzept & künstlerische Arbeit: Hellen Blanken
Engineering: Daniel de Bruin
Technische Unterstützung: Jessie van den Broek

Diese Installation wird mit freundlicher Unterstützung des Mondriaan Fonds realisiert.

09

Resonanzen der unsichtbaren Ordnung

Javier Riera
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Javier Riera reagiert stets auf den Ort seiner Arbeit; auf die Architektur und ihre Geschichte, auf die Natur. Im Schlosspark Eggenberg begegnen Besucher:innen zwei großformatigen Lichtprojektionen des spanischen Künstlers, die scheinbar gegensätzliche Eindrücke in Einklang bringen: Sie sind monumental und überraschend, zugleich ruhig, fast meditativ, und fügen sich in all ihrer Größe doch nahtlos in die Umgebung ein. Die leuchtenden, geometrischen Formen sind keine Fremdkörper, sondern erscheinen fast natürlich – wie Strukturen, die dem Auge bisher verborgen blieben und nun durch das Licht freigelegt werden. Die Lichtbilder nehmen Bezug sowohl auf den Park, der sich vom barocken zum romantischen Garten entwickelte, als auch auf das Schloss mit seiner astronomischen Ausrichtung. Damit verweist die Installation bewusst auf die Veränderlichkeit menschlichen Denkens, wissenschaftlicher Erkenntnis und historischer Vorstellungen von Natur und Kosmos.

Biografie
Javier Riera ist bekannt für seine Land Art und projektionsbasierten Arbeiten, die die Schnittstelle zwischen Geometrie und Natur erforschen, eine Beziehung, die seinen Installationen einen meditativen Charakter verleiht. Sein Ziel ist es, die Wahrnehmung des Betrachters in Richtung einer Erfahrung von Sichtbarkeit und Verbindung mit der Energie der Natur zu erweitern. Seine Arbeiten wurden auf zahlreichen Lichtkunstfestivals weltweit gezeigt, in führenden Museen wie dem Museo Reina Sofía und dem MUSAC in Spanien ausgestellt und sind Teil wichtiger öffentlicher und privater Sammlungen.

Credits
Konzept & künstlerische Arbeit: Javier Riera
Sound: Luminecho
Mitarbeiter: Rosalina Fernández, Javier Palomo

Diese Installation wird mit freundlicher Unterstützung der voestalpine Metal Engineering Division realisiert.

10

Floral Forest

Joschua Hohenbrink
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Langsam und doch unaufhörlich unterliegt der historische Pavillon im Schlosspark Eggenberg einer scheinbaren Verwandlung. Seine besondere Architektur mitsamt dem eindrücklichen Deckengemälde verschmilzt mit der umliegenden Natur zum Kunstprojekt „Floral Forest“ von Joschua Hohenbrink: Abstrakte Rokoko-Ornamente wachsen wie organisches Leben in den Pavillon hinein, steigen an seinen Wänden empor und lassen einen poetisch-sinnlichen Wald entstehen. Hinein in dieses digitale Geflecht weben sich live aufgenommene Analog-Bilder einer Rabenfeder – Wappentier der Familie Eggenberg – und schaffen ein Kunstwerk, das niemals – zu keiner Stunde, an keinem Tag – gleich aussieht. Mit „Floral Forest“ erfährt der Pavillon im Schlosspark eine Erweiterung ohne sich tatsächlich zu verändern. Wie ein Echo aus der Vergangenheit breiten sich Licht und Klang in ihm aus und ermöglichen ein neues Betrachten dieses historischen Ortes.

Der Klang zum Videomapping stammt von Sound Designer Gregor Schmitz, der bereits für KLANGLICHT 2025 zum Projekt „Eye See You“ von Olafur Eliasson die Soundkulisse lieferte. Das Projekt wird im Rahmen der „KLANGLICHT Young Masters“ umgesetzt.

Diese Installation wird mit freundlicher Unterstützung der Raiffeisen Landesbank Steiermark realisiert.
Biografie
Joschua Hohenbrink, Digital Artist and Creator (geb. 1986, Deutschland), tätig als Freelancer und Künstler, mit Schwerpunkt auf audiovisuellen Installationen und Projection Mapping. Studium der Media Art (BFA, AKI ArtEZ, Niederlande); momentan Master in Arts and Design an der FH Joanneum (Österreich) mit Fokus auf Atmosphäre im sakralen Raum und Video-Mapping. Arbeiten u. a. präsentiert bei Klanglicht Graz, Generate! Festival und internationalen Ausstellungen, mit Projekten in den Bereichen Videomapping, Soundscape und interaktive Installationen.
Gregor Schmitz studiert an der FH Joanneum in Graz Sound Design und strebt seinen Master of Arts für 2026 an. Bereits im letzten Jahr entstand in einer Kooperation ein Sound Design für die bei KLANGLICHT gezeigte Arbeit „Eye see you“ von Olafur Eliasson.

Credits
Konzept & künstlerische Arbeit: Joschua Hohenbrink
Sounddesign: Gregor Schmitz
Kuratiert von Zalán Szakács.

Diese Installation wird mit freundlicher Unterstützung der Raiffeisen Landesbank Steiermark realisiert.

11

All the light you see

Alicia Eggert
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Blicken wir in den Sternenhimmel, wissen wir: Das Licht, das unsere Augen erreicht, war Millionen Jahre unterwegs. Dieses Phänomen gilt – und das ist uns weit weniger bewusst – auch für jedes andere Licht. Auch wenn Licht nur den Weg von einem Gegenstand in der Nähe zu unseren Augen zurücklegt, zeigt uns jeder Blick einen Moment, der eigentlich schon vergangenen ist. Die großformatige Installation „All the light you see“ spielt mit eben diesem Vergehen von Zeit. Im Rhythmus von drei Sekunden – der zeitlichen Länge, die viele Kulturen als „Moment“ wahrnehmen – werden Worte ein- und ausgeblendet und ihre gemeinsame Bedeutung verändert. Dieser Wechsel aus Sprache, Licht und Dunkelheit macht den gegenwärtigen Augenblick unmittelbar erfahrbar. Die damit einhergehende Erkenntnis, dass jeder Blick ein Blick in die Vergangenheit ist, wird im historischen Kontext des Schloss Eggenberg, umso deutlicher. Zugleich verweist das Werk mit seiner Aussage auch auf die Zukunft, denn mit jedem Moment entsteht neues Licht und damit neue Möglichkeit. „All the light you see“ wird so zu einer poetischen Reflexion über Vergänglichkeit, Wahrnehmung und Hoffnung.

Biografie
Alicia Eggert (*1981, USA) ist eine US-amerikanische Konzept- und Bildhauerin, deren interdisziplinäre Arbeiten die Beziehungen zwischen Sprache, Licht und Zeit erforschen. Inspiriert von Physik und Philosophie übersetzt sie abstrakte Konzepte in raumgreifende Installationen, die wissenschaftliche Erkenntnisse mit poetischer Erfahrung verbinden. Internationale Bekanntheit erlangte sie insbesondere mit ihren animierten Neonarbeiten, in denen Sprache durch Bewegung, Rhythmus und Licht eine zusätzliche Bedeutungsebene erhält.
Mit ihrer Installation „All the Light You See“ verwandelt Alicia Eggert eine physikalische Tatsache in eine poetische Reflexion über Wahrnehmung, Vergänglichkeit und den gegenwärtigen Augenblick – Themen, die sich unmittelbar mit dem kuratorischen Leitmotiv „Zeit“ verbinden.

Credits
Konzept & künstlerische Arbeit: Alicia Eggert
Herstellung: Andreas Albaner

12

The Self at 50 Hertz

Omer van Soldt
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„The Self at 50 Hertz“ gleicht einem Stenographen, der alles Geschehen aufnimmt und bündelt: Ein Karussell mit zwölf symmetrischen Spiegeln reflektiert den Raum und erzeugt durch seine hohe Rotationsfrequenz von bis zu 50 Hertz aus allen Spiegelbildern ein einziges Bild der Umgebung. Der niederländische Künstler Omer van Soldt orientierte sich dafür an frühen optischen Täuschungen und Animationstechniken und übersetzte ihre Idee in einen zeitgenössischen Kontext. Damit spiegelt das Werk nicht nur wörtlich, sondern auch im übertragenen Sinne seinen eigenen Ausstellungsort: das barocke Schloss Eggenberg inmitten unserer Gegenwart. Treten Betrachtende näher an die Installation heran, wird auch ihre Präsenz – ihre Gegenwart – als Spiegelbild erfasst, in das erzeugte Bild integriert und auf diese Weise eins mit dem historischen Raum. Dieses partizipative Element besitzt dabei nicht nur einen spielerischen Charakter, es lädt auch ein, über sich selbst als Teil des eigenen Umfelds nachzudenken.

Biografie
Omer van Soldt ist Künstler, Autor, Filmemacher und Kurator, dessen interdisziplinäre Praxis sich mit Kommunikation, Sprache und den Mechanismen befasst, durch die Bedeutung konstruiert und ausgetauscht wird. In seinen Arbeiten, die die Bereiche Performance, Installation, Film, Theater und forschungsbasierte Projekte umfassen, untersucht er sowohl die Möglichkeiten als auch die Misserfolge der Kommunikation in der heutigen Gesellschaft.
Van Soldt bewegt sich fließend zwischen Galerieräumen, Theaterproduktionen, Festivals und kollaborativen Forschungsumgebungen. In seinen Arbeiten untersucht er häufig, wie künstlerische Formen als alternative Sprachen fungieren können, um neue Formen des Dialogs zwischen Künstlern, Publikum und öffentlichem Raum zu schaffen.
Derzeit ist er mit dem ArtScience-Programm in Den Haag verbunden und aktives Mitglied interdisziplinärer Initiativen, die bildende Kunst, Performance, Licht und Klang miteinander verbinden.

Credits
Konzept & künstlerische Arbeit: Omer van Soldt
Kuratiert von Zalán Szakács.

Diese Installation wird mit freundlicher Unterstützung des Mondriaan Fonds realisiert.

13

Prism

Studierende der FH Joanneum, Institut für Design und Kommunikation
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Die Welt lässt sich auch wie durch ein Prisma betrachten: nicht in eine Richtung, sondern in mehrere zugleich. So widmen sich Studierende der FH Joanneum mit den Mitteln von Licht und Klang verschiedenen Themen aus dem Kosmos des Schloss Eggenberg und überführen ihre individuellen Arbeiten in das Gesamtprojekt „Prism“. Die unterschiedlichen Studienrichtungen – Interaction, Sound und Media Design – bilden dabei die Basis für die Vielzahl der künstlerischen Werke, die Inhalte wie Mythologie, Astrologie oder Polyrhythmen bearbeiten. Die dadurch entstehende Installation ist nicht nur frei begehbar; mit jedem Schritt ändert sich das Verhältnis zwischen Licht, Klang und dem Publikum. Das Ergebnis ist ein vielschichtiges Spektrum an Bewegung, Farben und Tönen, das sich je nach Perspektive immer wieder neu zusammensetzt. Das Projekt wurde von Astrid Drechsler, Daniel Fabry, Michael Kernbichler, Didi Mosbacher und Roman Pürcher betreut.

Credits
Media, Sound und Interaction Design Studierende der FH JOANNEUM & Kunst-Universität Graz:
Carla Asmellash, Dila Bayraktar, Veronica Bergonzoni, Maximilian Ardalan Bernhard, Amelie Bund, Joshua Chelakkattuparambil, Philipp Fasching, Maria Fuchs, Paul Ganzera, Rasmus Giera, Alexandra Hesse, Lucia Jannath Hossainova, Laura „Lay“ Huber, Anja Kerschbaummayr, Anja Kljajic, Emanuel Križić, Can Kuytak, Valentina Lohr, Elena Piber, Anna Praß, Iuliia Razumovskaia, Artun Sepken, Paul Seyringer, Elizabeth Treviño Padilla, Julia Trummer, Melina Trummer, Indigo Tschurtschenthaler, Ahmed Turk, Christina Volckmar, Alina Volkova, Hannah Wasserfaller

Diese Installation wird mit freundlicher Unterstützung der Kleinen Zeitung realisiert.

14

Energy in Time

Zeineb Kaabi
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Fortschritt, Konsum, Verfall – und dafür immer mehr Energie. Zeineb Kaabi bewegt sich mit ihrem Projekt „Energy in Time“ auf den Spuren der Kommerzialisierung von Produkten und dem damit verbundenen Verbrauch von Ressourcen. Für ihre Videoinstallation verdichtet die tunesische Künstlerin Archivaufnahmen und historische Werbespots zu einem bildgewaltigen Kaleidoskop. Die rasante Montage des Materials, Wiederholungen und Überlagerungen mit gezielter Farbgebung und zusätzlicher Bildgenerierung vermitteln Unruhe, Rastlosigkeit bis Überwältigung. Der zerstörerische Kreislauf von Schöpfung, Ausbeutung und Erschöpfung wird so in ein Kunstwerk übersetzt, das mittels Vergangenheit Fragen zu Gegenwart und Zukunft stellt: Wie gestalten sich unser eigener Konsum und die Systeme dahinter heute? Und welche Auswirkung haben sie auf morgen?

Biografie
Zeineb Kaabi (*1999 in Tunis) ist eine tunesische Medienkünstlerin, deren Arbeiten sich an der Schnittstelle von künstlerischer Forschung, gesellschaftlichen Fragestellungen und digitalen Bildwelten bewegen. Sie studierte Sozial- und Kulturanthropologie in Tunis und entwickelte ihre künstlerische Praxis weitgehend autodidaktisch.
In ihren Arbeiten beschäftigt sich Kaabi insbesondere mit dem Verhältnis zwischen Mensch, Gesellschaft und Umwelt. Sie untersucht, wie der Umgang mit Energie, Wasser, Land und natürlichen Ressourcen unsere Lebensräume und Ökosysteme verändert. Ausgangspunkt ihrer Projekte sind häufig wissenschaftliche Daten, Archivmaterialien und intensive Recherchen, die sie in generative Bilder, Videoarbeiten, Projektionen und raumbezogene Installationen übersetzt.
Seit ihrer Teilnahme am INTERFERENCE Young Masters Programm 2021 ist Kaabi regelmäßig international vertreten. Ihre Arbeiten wurden unter anderem bei INTERFERENCE und SEE DJERBA in Tunesien, bei LUNA Young Masters in Leeuwarden, den GOLDSTÜCKEN in Gelsenkirchen, den LICHTROUTEN in Lüdenscheid sowie beim Shubbak Festival in London präsentiert.

Credits
Konzept & künstlerische Arbeit: Zeineb Kaabi
Kuratiert von Zalán Szakács.

Diese Installation wird mit freundlicher Unterstützung der Industriellenvereinigung Steiermark realisiert.

15

POI Energieinsel

E-Werk Franz
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Entdecken Sie einen Ort, der Energie spür- und sichtbar macht, einen Raum zum Ankommen, Innehalten und Mitgestalten, eine Insel zum Energie laden mitten im Geschehen.

16

POI Fractal Code

XAL
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In Kollaboration mit 13&9 Design und Fractals Research.
Sound Design: Severin Su in Kollaboration mit Fractals Research

FRACTAL CODE verwandelt den Raum in ein immersives Spiel aus Licht, Schatten und Klang. Die filigranen Durchbrüche des verspiegelten Kubus zerlegen das Licht in feinste Fragmente und lassen die Fraktalen Muster scheinbar schwerelos im Raum schweben. Die materielle Hülle löst sich optisch auf und weicht einer Atmosphäre von Leichtigkeit und Transparenz. Licht und Klang verschmelzen zu einer gemeinsamen Komposition: Fraktale Strukturen werden nicht nur sichtbar, sondern auch hörbar. Das fraktale Muster wurde in transdisziplinärer Zusammenarbeit mit dem Produktdesignstudio 13&9 Design und Prof. Richard Taylor (University of Oregon / Fractals Research) entwickelt. Bestimmte fraktale Strukturen können nachweislich beruhigend auf unser Nervensystem wirken und Stress reduzieren. Für FRACTAL CODE wurde dieses Prinzip auch musikalisch erforscht: Die speziell komponierte Fractal Compositions No. 1 übersetzt Wiederholung, Selbstähnlichkeit und kontrollierte Variation in eine vielschichtige Klanglandschaft. Sounddesigner Severin Su interpretierte den Fractal Sound für den Raum neu und macht ihn als Teil des immersiven Erlebnisses unmittelbar erfahrbar.

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